Gemeinderat Reto Rudolf im ZürichNord vom 25. Mai 2017

90 Millionen sinnvoll investiert.

Text von Reto Rudolf, Gemeinderat CVP Zürich 11

Am vergangenen Sonntag stimmten 75,1 Prozent oder 71 171 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einem Rahmenkredit über 90 Millionen Franken zu, der die Förderung des gemeinnützigen genossenschaftlichen und kommunalen Wohnungsbaus zum Ziel hat. Mit dieser Wohnbauaktion kann die Stadt Wohnungen, die zur Kostenmiete vermietet werden, für Haushalte mit geringem Einkommen und Vermögen gezielt verbilligen. Die resultierenden Mietzinse werden dadurch für breitere Bevölkerungsschichten bezahlbar. Dieses Instrument dient der Förderung der sozialen Vielfalt in der Stadt und ihren Quartieren, einem Ziel, das auch in der Gemeindeordnung der Stadt Zürich verankert ist. Die Mittel der bisherigen Wohnbauaktionen waren weitgehend erschöpft.
Aktuell sind in der Stadt Zürich rund 52 000 Wohnungen dem gemeinnützigen Wohnungsbau zuzurechnen, was rund einem Viertel aller Wohnungen auf dem Stadtgebiet entspricht. Von diesen Wohnungen waren Ende 2015 6636 durch Mittel aus Wohnbaukrediten (Wohnbauaktionen und Jugendwohnkredite) verbilligt. Die Wohnungen sind im Eigentum privatrechtlicher Wohnbauträger (Wohnbaugenossenschaften, Stiftungen und Vereine), der Stadt
oder ihrer öffentlich-rechtlichen Stiftungen. Mit diesen Wohnungen wird der Zweck erfüllt, das Wohnbedürfnis für breite Bevölkerungsschichten zu befriedigen und sie dauerhaft zur Kostenmiete anzubieten. Im Jahr 1943 startete die erste «Wohnbauaktion» im heutigen Sinn mit einem Kredit von fünf Millionen Franken. Insgesamt wurden seither Darlehen und Beiträge in der Höhe von 402 Millionen Franken ausgerichtet; davon wurden bisher 213 Millionen
Franken zugunsten der allgemeinen Mittel des städtischen Haushalts zurückbezahlt.
Für die Verbilligung kommen Wohnungen gemeinnütziger Wohnbauträger infrage, die ohne Gewinnabsichten dauerhaft dem Prinzip kostendeckender Mieten verpflichtet sind. Für diese Wohnungen gelten gewisse Mindeststandards, zum Beispiel was die Flächen oder die hindernisfreie Ausgestaltung betrifft. Andererseits gelten Maximallimiten für die Kosten (Land- und Baukosten). So ist gewährleistet, dass qualitativ gute, aber nicht luxuriöse Wohnungen gefördert und deren Mietzinse verbilligt werden. Die Zweckerhaltung, das heisst insbesondere die Einhaltung der Vorgaben zur Wohnungsbelegung und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Mieterschaft von subventionierten Wohnungen, wird vom städtischen Büro für Wohnbauförderung regelmässig, das heisst mindestens alle zwei Jahre, kontrolliert. So wird gewährleistet, dass die subventionierten Wohnungen dauerhaft gezielt
dem anvisierten Personenkreis zur Verfügung stehen. Für die Wohnungsbelegung gilt, dass die Zimmerzahl höchstens um eins grösser sein darf als die Personenzahl. Betreffend die wirtschaftlichen Verhältnisse gelten Obergrenzen beim steuerbaren Einkommen und Vermögen.
Quelle: lokalinfo.ch