Gemeinderat Reto Rudolf im Zürich Nord vom 7. April 2016

Lange Diskussionen um des «Kaisers Bart»

Text von Reto Rudolf, Gemeinderat CVP Zürich 11

Nach rund eineinhalbjähriger Diskussion in der zuständigen Spezialkommission wird der regionale Richtplan nun im Zürcher Gemeinderat behandelt und verabschiedet. Angesichts des grossen Aufwands könnte man zum Schluss gelangen, dass dabei visionäre Gestaltungsideen und richtungsweisende Entscheide getroffen werden. Aber weit gefehlt. Da die Stadt Zürich flächenmässig einer Region entspricht, übernimmt der Gemeinderat lediglich die Rolle der Delegiertenversammlung einer Planungsregion und beantragt dem Regierungsrat, nach abgeschlossener Debatte das Werk «regionaler Richtplan» festzusetzen. Dieser kann und wird Entscheide in seinem Sinne korrigieren, insbesondere, falls er finanziell neue Aufgaben erhalten würde.

Die Wirkung und Aussagekraft eines Richtplans ist darum zu relativieren. Ob für einen Realisierungszeitraum kurz-, mittel- oder langfristig vorgesehen wird, ist fast so wichtig wie die berühmte Diskussion um des «Kaisers Bart». Entscheidend hingegen sind Planeinträge zum Beispiel über neue Tramlinien oder Seilbahnen,
die zu ausufernden Diskussionen führten. Sie sind Auftrag an die Verwaltung, die nötigen Abklärungen für diese Anliegen vorzunehmen, und bilden gleichzeitig die Rechtsgrundlage für den Erlass von Baulinienvorlagen, um das Freihalten von Korridoren für die Realisierung dieser Vorhaben sicherzustellen. Die ausgesprochen
wichtige Diskussion über die künftigen Verdichtungsgebiete wurde einvernehmlich bis zur Beratung über den «kommunalen Siedlungsrichtplan» vertagt. All diese Diskussionen sind jedoch nur die Vorbereitung zur Beratung der Stadtzürcher Bau- und Zonenordnung, welche die zu überarbeitenden Bauvorschriften konkretisieren wird. Deren Beratung wird der Gemeinderat noch vor den Sommerferien in Angriff nehmen.

Bei so viel Debattieren ist das kühle Bier danach wahrlich ein besonderer Genuss – es verbindet weit über Parteigrenzen hinweg. Als ehemaliger Herausgeber und Chefredaktor des Schweizer Biermagazins freue ich mich dabei besonders auf den kommenden 29. April, den «Tag des Schweizer Bieres».

Da Anfang Jahr der städtische Finanzvorsteher den Bierliefervertrag für die stadteigenen Restaurationsbetriebe nicht verlängert hat, besteht die Möglichkeit, dass wir künftig in diesen Lokalen aus einer ungewohnten Vielzahl an hellen, dunklen, malzigen, würzigen, fruchtigen, sauren, süssen, bitteren oder  hopfenbetonten Bieren wählen können. Dem Schweizerischen Brauereiverband wäre somit unser Finanzvorsteher Daniel Leupi als nächster Kandidat für den jährlich verliehenen Bierorden für seine Verdienste um die Zürcher Biervielfalt wärmstens zu empfehlen.

Quelle: lokalinfo.ch